Adventsgeschichten

Die Adventszeit ist seit jeher eine Zeit der Besinnung und des Innehaltens. Sie dient im Wesentlichen der Vorbereitung auf Weihnachten, was auch in der Übersetzung des Wortes Advent - nämlich Ankunft - deutlich wird.

Dennoch wird heute die Adventszeit eher als eine Zeit des Feierns denn des Vorbereitens und des Innehaltens gesehen. Das wird vor allem an den Adventsgeschichten deutlich. Sie bieten gerade für Kinder oftmals lustige und weniger ernste Handlungen.
Allerdings gibt es durchaus auch Adventsgeschichten, die - ähnlich wie ein Adventskalender - Tag für Tag abschnittsweise unterteilt sind, bis dann am 24. Dezember der letzte noch fehlende Teil die Adventsgeschichte komplettiert.

Es gibt aber auch Kurzgeschichten für die Adventszeit, die, jeden Tag gelesen, die Zeit bis zum Fest verkürzen sollen. Diese sind meist für Erwachsene und haben nicht selten auch einen ernsten Hintergrund und sollen zum Nachdenken anregen.

Aber ganz gleich, ob ernst, lustig oder nachdenklich: Adventsgeschichten sollen den Advent und das damit verbundene Warten auf Weihnachten thematisieren bzw. die Zeit verkürzen und sind hier in verschiedenen Ausprägungen zu finden

Eine Weihnachtsfahrt
Wir waren wieder einmal auf unseren Weihnachtsfahrten zu den Armen. Unser Weg führte uns auch dieses Mal in einen der entferntesten Vororte Rigas. Wir hielten vor einem hohen Steinhaus, wo wir mit unserem Weihnachtsbäumchen eine arme Frau aufsuchen wollten. Eine Nachbarin wies uns eine Steintreppe hinauf, die wir mühsam emporkletterten, und wir standen bald in einem großen, dunklen Zimmer, das …
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Autor: Monika Hunnius

Das Paket des lieben Gottes
Nehmt eure Stühle und eure Teegläser mit hier hinter an den Ofen und vergesst den Rum nicht. Es ist gut, es warm zu haben, wen man von der Kälte erzählt.

Manche Leute, vor allem eine gewisse Sorte Männer, die etwas gegen Sentimentalität hat, haben eine starke Aversion gegen Weihnachten. Aber zumindest ein Weihnachten in meinem leben ist bei mir wirklich in bester Erinnerung. Das war der …
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Autor: Berthold Brecht

Der allererste Weihnachtsbaum
Der Weihnachtsmann ging durch den Wald. Er war ärgerlich. Sein weißer Spitz, der sonst immer lustig bellend vor ihm herlief, merkte das und schlich hinter seinem Herrn mit eingezogener Rute her.

Er hatte nämlich nicht mehr die rechte Freude an seiner Tätigkeit. Es war alle Jahre dasselbe. Es war kein Schwung in der Sache. Spielzeug und Eßwaren, das war auf die Dauer nichts. Die Kinder …
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Autor: Hermann Löns

Der Stern der Mitte
Ein weiser Mann aus dem Morgenland hatte nach Jahren mühseliger Arbeit aus den Gesteinen der Erde einen Stern zusammengesetzt, in dem die feinsten Kräfte des Lebens gebannt waren. Was dem Weisen Schönes und Wertvolles begegnet war, hatte er in Kristallen verwandelt und dem Sterne eingefügt.
Als der Wunderstern vollendet war, ließ er auf der Landstraße, die von Mekka nach Medina führt, eine …
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Autor: Paula Dehmel

Die Christblume
Einsam ist die Blume, von der ich euch heute erzählen will. Sie kennt nicht die frohen Tage des Frühlings noch die duftreichen Nächte des Sommers. Keine flüsternden Gefährtinnen wachsen neben ihr auf, kein Vogel singt sie in Träume. In Schnee und Eis muss sie schauen, der Nordwind streicht über sie hin, und das eintönige Krächzen der Rabenvögel ist ihre Musik.
Und doch ist sie weiß und …
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Autor: Paula Dehmel

Weihnachten in der Speisekammer
Unter der Türschwelle war ein kleines Loch. Dahinter saß die Maus Kiek und wartete.
Sie wartete bis der Hausherr die Stiefel aus- und die Uhr aufgezogen hatte; sie wartete, bis die Mutter ihr Schlüsselkörbchen auf den Nachttisch gestellt und die schlafenden Kinder noch einmal zugedeckt hatte; sie wartete auch noch, als alles dunkel war und tiefe Stille im Hause herrschte. Dann ging sie.
Bald …
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Autor: Paula Dehmel

Die Weihnachtsgeschichte nach Lukas
Es begab sich aber zur der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt.

Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt …
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Autor: Evangelium des Lukas 2, 1-20

Das Hirtenbüblein
Ein Hirtenbüblein war wegen seiner klugen Einfälle und witzigen Antworten weit und breit bekannt. Von ihm hörte auch eines Tages der Bischof; der ließ ihn sogleich zu sich kommen, um zu erfahren, ob die Leute wahr geredet. Der Knabe erschien vor dem geistlichen Herrn, das Käpplein in der Hand, züchtig in Gebärden und freundlich von Antlitz. Da sagte der Bischof: er habe von ihm gehört, …
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Autor: Ludwig Aurbacher

Weihnachtsfrühfeier
Wie lange diese Nacht währt!
"Noch nicht Morgen?"
"Nein" - so trübe die Nachtlampe brennt, das sieht man doch, das Himmelbett der Eltern ist wohl leer, aber noch frisch aufgemacht, wie am Abend - sie sind noch gar nicht schlafen gegangen. Es ist kalt - husch! in die Kissen zurück! Die Eisblumen am Fenster, die sich immer dichter mit wunderbar verschlungenen Ranken und …
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Autor: Rudolf Reichenau

Der Stern zu Bethlehem
Es war ein düsterer Novembermorgen. Die Uhr der protestantischen Kirche auf dem Marktplatze hatte eben fünf geschlagen. Ein Schutzmann, der die Kriegsstraße passierte, sah einen schwarzen Packen unter einem der Bäume liegen. Es war ein fest schlafendes Kind. Der Mann schüttelte und rüttelte das magere, im höchsten Grade verkommen aussehende Bürschlein wohl eine ganze Weile. Endlich - einen …
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Autor: Hermine Villinger

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